EinBlick

Wunderbare Mehrung

Ein weithin anerkannter Grundsatz, mit Geld umzugehen, lautet, nicht mehr davon auszugeben als vorhanden ist. Immer mehr Jugendliche scheinen sich aber in Sachen Geld lieber den Staat zum Vorbild zu nehmen, als ihre Ausgaben zwanghaft in einem arithmetischen Zusammenhang mit ihren Einkünften zu betrachten. Weshalb unter dem Titel «Max.Money» eine nationale Kampagne gestartet wurde, die sie über die befremdliche Eigenschaft des Geldes aufklären soll, nicht automatisch nachzuwachsen, wenn man es weggegeben hat.

Dieser gedankliche Ansatz wird jetzt aber von der Kirche verblüffend in Frage gestellt. Statt dem Jugendlichen einen Opferbatzen abzufordern, der mit den Möglichkeiten seines Budgets nicht mehr in Einklang zu bringen ist, offeriert Pfarrer Fredy Staub nächsten Dienstag jedem Gottesdienst-Besucher in der Zürcher Wasserkirche eine Abgangsentschädigung in bar. Bereitgestellt ist eine Summe, bei der es in der vollbesetzten Kirche jedem Gläubigen für eine Tasse Kaffee in einer mittelteuren Gaststätte reicht.

Zwar werden vorgängig in der Predigt Spartipps zu hören sein, aber die Botschaft, das Gotteshaus nicht nur innerlich, sondern auch materiell bereichert zu verlassen, ist neu. Wo man bisher mit dem Hinweis auf die arme Kirchenmaus um eine Gehaltserhöhung lediglich beten durfte, kann jetzt eine Direktzahlung gebucht werden. Noch ist allerdings offen, ob der Opferstock auch Handy-Rechnungen annimmt.

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Pfr. Fredy Staub & Team                               

Merkurstrasse 3

8820 Wädenswil

Tel.: 044 780 20 25

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