Halloween


Was ist Halloween?

Worum geht es bei Halloween? Wo führt Halloween hin? Welches sind die christlichen Aspekte von Halloween? Diese und viele andere Fragen lassen sich theoretisch abhandeln. Oder eben praktisch. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden. Erfahrungen führen schneller zu einem Aha-Erlebnis als langwierige Erläuterungen. Meine Leserinnen und Leser nehme ich mit auf eine Reise durch die brisantesten Anhaltspunkte rund um Halloween. Mit der jungen Lehrerin Laura besuchen wir das Gruselfest des Jahres. So beginnt ihre Geschichte: «Um mich herum stehen sie in voller Grösse. Drakulas, Teufel und jede Menge Hexen. Hautnah. Stark. Atemberaubend. Diese düsteren, makaberen Gestalten lassen mein Herz höher schlagen. Mit Fratzen versehene Kürbisse zieren die Wände. Das Spiel mit den Geistern kitzelt meine Nerven und schenkt mir einen tollen Kick...»


Halloween und die Geister?

Ob ich ein Flair habe, Halloween kindergerecht zu erklären, weiss ich nicht. Immerhin, schon Wochen zuvor, liess ich die ganze Klasse in einem Kreis auf den Zimmerboden sitzen und klärte auf: «Das Wort «Sofein» («Samhein» geschrieben) heisst Ende des warmen Sommers. Vieles schläft jetzt ein. Die Zugvögel sind ins Winterquartier verschwunden. Manche Tiere beginnen mit dem Winterschlaf. Es wird still und dunkel draussen. In dieser Jahreszeit fühlen wir uns enger mit der Welt der Toten verbunden. Besonders in der Nacht zum ersten November kommt uns die Anderswelt ganz nah. Dann fällt uns der übernatürliche Kontakt mit den Wesen der anderen Welt viel leichter. Die Geister können sich in dieser Zeit besser mit uns in Verbindung setzen. Früher hatten die Menschen Angst, sie könnten abgeholt werden. Darum stellten sie hellerleuchtete Kürbisse auf. Sie hatten der grossen Beere bös grinsende Fratzen eingeschnitzt, damit die Geister vertrieben würden.» Maximilian – fast einen Kopf grösser als die anderen Schüler - unterbrach mich. Der Schwarzhaarige trug Bürstenschnitt und war ein Künstler im Fragen. Wie aus der Kanone geschossen erhob er seine Stimme. «Ja, aber hallo, Halloween - wo sind denn diese Geister? Im Keller? Im Estrich? Oder bei unseren Nachbarn, die immer so laut schimpfen? Und: Was nützen schon die Kürbisse gegen böse Geister? Meinen Sie denn wirklich, dass böse Geister Angst vor Kürbissen haben?»

«Sei mal still», unterbrach ihn Marie energisch: «Ich will nur etwas wissen: Was ist eigentlich eine Hexe?» Weil ich ahnte, dass Maximilian sowieso bald wieder mit neuen Fragen kommen würde, wandte ich mich Marie zu: «Das Wort ‚Hexe’ kommt vom althochdeutschen Hagazussa und heisst Zaunreiterin», begann ich zu erklären. «Eine Hexe sitzt also auf der Grenze, hat das eine Bein im Diesseits und das andere in der Anderswelt. Ja, eine Hexe könnte ich doch werden», kam es wie eine Erleuchtung über mich. Meine Schüler warfen mir verständnislose Blicke zu.

 

Halloween, Hexen, Gejammer und Geschrei

Ich hatte gekochte Spaghetti dabei, gab grüne, blaue und etwas rote Lebensmittelfarbe dazu - fertig war das Hirn. Das sah megahässlich aus - wie lecker! Dazu servierte ich blutige Augen: Grüne Oliven mit dickem Himbeersirup umringt. Schliesslich sperrte ich uns alle im Schulzimmer ein, verdunkelte und liess Gruselmusik laufen. In den Zimmerecken standen Töpfe. Sie waren gefüllt mit Kleister, Kunstblut und Gel. Und es befanden sich auch einige Schlüssel darin. Aber nur in einem hätte der Schlüssel sein sollen, mit dem man unsere Schulzimmertüre wieder öffnen konnte. Es folgten schauerhafte Momente. Wir alle wühlten wie wild in diesen klebrigen Massen. Wir schwitzten und schrien einander an. Und wir schmierten uns die gruselige Masse, die immer schlimmer aussah, mitten ins Gesicht. Die ersten Schüler begannen zu weinen, andere schrien um Hilfe. Das Gejammer und Geschrei wurde immer lauter. Dann begannen die Schüler, sich gegenseitig zu schlagen und umzustossen. Nur den Zimmerschlüssel konnte niemand mehr finden. Nein, wir kamen nicht mehr aus unserem Schulzimmer heraus. Ich wurde so nervös, dass ich einen herzzerreissenden Angstschrei ausstiess und - erwachte. Es war morgens um drei Uhr. Schlafen konnte ich in jener Nacht nicht mehr. Fragen, die mich schon lange beschäftigten, waren wieder voll da: «Welchen Einfluss übe ich auf meine Schulkinder aus? Manövriere ich mich mit meiner Halloweenbegeisterung in ein Schlamassel, aus dem ich am Ende nicht mehr recht herauskomme? Geister, Hexen und Teufel: Ist das letztlich wirklich nur ein Spiel? Oder gibt es da irgend einen Einfluss auf unser reales Leben, der sträker ist, als ich bisher dachte?»

 

Wohin die Geschichte führt und weitere faszinierende Informationen zum Thema Halloween finden Sie im Booklet «Ich will mehr (als) Halloween» von Pfarrer Fredy Staub, das Sie in unserem Online-Shop günstig beziehen können.

Kaufen Sie dieses Buch bei uns im Online-Shop

Pfr. Fredy Staub & Team                               

Merkurstrasse 3

8820 Wädenswil

Tel.: 044 780 20 25

» E-Mail